Wie heute die schwedische Akademie der Wissenschaften bekannt gab, bekommtn den Nobelpreis für Literatur in diesem Jahr die Schriftstellerin Herta Müller.
Die 56-jährige Herta Müller ist in Rumänien geboren und lebt jetzt in der Menzelstraße in Berlin-Friedenau.
Wir sagen Herzlichen Glückwunsch!
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nein, der Literatur-Nobelpreis ging leider nicht nach Friedenau, sondern nur nach Schöneberg. Aber knapp daneben ist auch vorbei.
Herta Müller wohnt im so genannten „Malerviertel“, dass nie innerhalb der offiziellen Ortsgrenze Friedenaus lag, obschon die Medien es häufig einverleiben. Bei einem Blick auf einen Stadtplan werden Sie aber sehen, dass die südliche Ortsteilgrenze nie die Trasse der Stadtbahn überschreitet, sondern auf der diesseitigen Fregestraße verläuft. Nicht einmal der S-Bahnhof Friedenau liegt somit in Friedenau.
Die etwas wuschige Darstellung in der reichhaltigen Friedenau-Literatur einerseits und die bauliche Entwicklung des Ortsteils andererseits haben dazu geführt, dass es mittlerweile so etwas wie ein tatsächliches und ein „gefühltes“ Friedenau gibt.
Die Friedenau-Autoren berichten nur zu gerne über Straßen und Plätze außerhalb der Ortsteilgrenze, wenn diese etwas für ihre Bücher hergeben, ohne wenigstens zart anzumerken, dass sie sich genau genommen schon leicht außerhalb Friedenaus befinden. Oder es wird teilweise so absurd, dass dann unter der Rubrik „Straßen und Plätze Friedenaus“ solche Straßen detailliert beschrieben werden, um dann schließlich mit der lapidaren Anmerkung zu enden: „gehört zu Schöneberg“.
Mit dem Wachsen des Ortsteils „schwappte“ naturgemäß die Friedenau-typische Bebauung auch über die offizielle Ortsteilbegrenzung allgemein und hier selbst über die S-Bahn im Süden hinaus, so dass dort vom Ambiente her gesehen eine Art Schöneberger Ortsteil Friedenaus entstand, der sogar bis 1933 postalisch die gleiche Bezeichnung wie Friedenau hatte, es war aber nie auch offiziell Friedenau.
Auf der anderen Seite: Ist es denkbar, dass ein bedeutender Literaturpreis an eine Berliner Persönlichkeit verliehen wird, ohne dass diese in Friedenau wohnt? Na bitte – insofern haben sie doch wieder recht. Auch Karlshorst könnte in Friedenau liegen..
Hans-Peter Thun